KÜCHENCHAOS

"Nimm Salz wie ein Geizhals, Essig wie ein Weiser, Olivenöl wie ein Verschwender..."

Horiatiki – der griechische Bauernsalat
Rezept von Küchenchef • Klassische Mani-Küche

Horiatiki – der griechische Bauernsalat

Kein Salat ohne Olivenöl. Das Original hat kein Salatblatt, keinen Essig, keine Vinaigrette. Nur Gemüse, Feta, Oliven und das beste Olivenöl, das man hat.
Es gibt Dinge, die man in Griechenland nicht tut. Man fragt nicht nach Salat mit Balsamico. Man fragt nicht nach Dressing in einer kleinen Flasche. Und man macht aus einem Horiatiki keinen Salat mit Salatblättern. Horiatiki heisst Bauernsalat – und der Bauer hat keine Zeit für Kopfsalat. Er hat Tomaten vom Feld, eine Gurke aus dem Garten, Zwiebeln, Paprika, Oliven und Feta. Und er hat Olivenöl. Das Olivenöl ist nicht die Zutat, die man am Ende noch dazugibt. Es ist die Sauce. Es ist das, was den Salat zusammenhält und den Feta-Salzgeschmack mit der Tomatensäure verbindet. Ein Horiatiki mit schlechtem Olivenöl ist kein Horiatiki. Es ist Gemüse auf einem Teller.

Tomaten sind die Voraussetzung – kein Kompromiss:

Ein Horiatiki ist nur so gut wie seine Tomaten. Winterliche Wassertomaten aus dem Supermarkt sind keine Option. Reife, fleischige Sommertomaten – am besten direkt vom Markt oder aus dem Garten – sind der Kern des Gerichts. In der Mani werden die Tomaten nie in Scheiben geschnitten. Sie werden in Viertel oder grobe Stücke gebrochen. Das ist kein Zufall: Die Schnittfläche ist kleiner, die Tomate saugt weniger Saft auf und bleibt länger frisch.
Schritt 1: Tomaten in grobe Stücke brechen oder vierteln. Gurke schälen, halbieren und in dicke Halbmonde schneiden. Gemüsezwiebel in dünne Ringe schneiden. Schritt 2: Grüne Paprika in Ringe schneiden – ohne Kerne. In der Mani wird ausschliesslich grüne Paprika verwendet, nie rote. Schritt 3: Alles in eine flache Schüssel geben. Kalamata-Oliven dazugeben. Das Fetastück – ein ganzes Stück, nicht zerbröselt – oben drauflegen. Schritt 4: Getrockneten Oregano über den Feta reiben, zwischen den Fingern. Dann grosszügig Agureleo über den gesamten Salat giessen. Kein Essig. Kein Salz – der Feta ist salzig genug. Wer mag: eine Prise Meersalz über das Gemüse. Schritt 5: Sofort servieren – mit gutem Weissbrot zum Aufwischen des Öls am Tellerrand. Das Brot am Ende ist der beste Gang des Salats.

Warum kein Essig – und warum kein gemischter Feta?

Echter Horiatiki hat keinen Essig. Die Säure kommt von der reifen Tomate. Essig überdeckt das Olivenöl. Das Fetastück liegt ungeteilt oben: Jeder bricht sich selbst ab, so viel er möchte. Fertig zerbröselt verliert Feta Textur und zieht Wasser. Wer Feta kauft: Ausschliesslich geschützte Ursprungsbezeichnung aus Griechenland. Weisslicher, fester Feta aus anderen Ländern ist ein anderes Produkt.

Zutaten & Tipps

  • Zutaten für 2 Personen: 3 reife Tomaten, 1 Salatgurke, 1 grüne Paprika, ½ rote Gemüsezwiebel, 100 g Feta am Stück, Handvoll Kalamata-Oliven, 3 EL Agureleo, getrockneter Oregano
  • Kein Essig. Kein Kopfsalat. Kein Balsamico.
  • Vorbereitungszeit: 10 Minuten
  • Kochzeit: Keine
  • Schwierigkeitsgrad: Einfach – die Schwierigkeit liegt in der Qualität der Zutaten
  • Jahreszeit: Nur im Sommer, wenn Tomaten reif sind. Alles andere ist ein anderer Salat.
Der Horiatiki ist der ehrlichste Salat der Welt. Er versteckt nichts. Schlechte Zutaten haben keinen Platz.
Maroulia Olivenöl

Das Geheimnis dieses Rezepts?

Ein wirklich gutes Olivenöl macht aus einfachen Zutaten ein Festmahl. Wir empfehlen für dieses Gericht unser unfiltriertes Agureleo aus der Mani.

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