Fasolada – weisse Bohnensuppe, das Nationalgericht Griechenlands
Günstig, nährstoffreich, ehrlich. Fasolada hat Kriege, Armut und Diäten überlebt. Es ist das älteste Gericht Griechenlands – und noch immer das beste Freitagessen.
Fasolada ist das Nationalgericht Griechenlands, und es ist kein Festessen. Es ist das Gegenteil davon: eine Suppe aus weissen Bohnen, Gemüse, Kräutern und viel Olivenöl. Kein Fleisch. Kein Aufwand. Keine Entschuldigung nötig. Es gibt Historiker, die argumentieren, dass Fasolada bereits in der Antike in Varianten bekannt war – Hülsenfrüchte mit Olivenöl waren das Basisessen der einfachen Bevölkerung. Phaseolus vulgaris, die weisse Bohne, kam erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa. Aber das Prinzip – Hülsenfrüchte, Gemüse, Olivenöl – ist so alt wie die griechische Küche. In der Mani wurde Fasolada freitags gegessen. Kein Fleisch, viel Olivenöl, gutes Brot. Das reichte.Schritt 1: Weisse Bohnen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag Wasser abgiessen, Bohnen kalt abspülen. Schritt 2: In einem grossen Topf Agureleo erhitzen. Zwiebel, Karotten und Sellerie in mittelgrosse Stücke schneiden und in Olivenöl 8 bis 10 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis das Gemüse weich und leicht karamellisiert ist. Schritt 3: Tomatenpüree einrühren, eine Minute mitbraten. Eingeweichte Bohnen dazugeben, mit warmem Wasser bedecken – das Wasser soll 5 cm über den Bohnen stehen. Aufkochen. Schritt 4: Hitze reduzieren. Bei mittlerer Hitze 60 bis 90 Minuten köcheln, bis die Bohnen vollständig weich sind. Regelmässig kontrollieren und bei Bedarf Wasser nachgiessen. Schritt 5: In den letzten 15 Minuten: Salz, Pfeffer, Thymian, Lorbeerblätter. Salz erst am Ende – zu frühes Salzen macht Bohnenschalen zäh. Schritt 6: Zum Servieren grosszügig Agureleo über jeden Teller giessen. Frische Petersilie. Zitronenscheibe am Rand. Mit Weissbrot.
Getrocknete vs. Dosenbohnen – was macht den Unterschied?
Getrocknete weisse Bohnen – über Nacht eingeweicht und dann frisch gekocht – sind die einzige echte Option. Sie sind cremiger, strukturierter und nehmen die Aromen der Suppe besser auf als Dosenbohnen. Dosenbohnen gehen, wenn die Zeit fehlt. Aber das Ergebnis ist ein anderes Gericht. Beim Einweichen: Das Wasser nach dem Einweichen wegleeren und die Bohnen mit frischem Wasser kochen – das reduziert Blähwirkung erheblich.Fasolada und Olivenöl – warum das Öl nicht ersetzt werden kann:
Fasolada ohne gutes Olivenöl ist Bohnensuppe. Mit gutem Agureleo ist es Fasolada. Das Olivenöl bindet die Suppe, gibt ihr Tiefe und verbindet sich mit den Stärken der Bohnen zu etwas Cremigem, das keine Sahne erreicht. Nicht geizen: Vier Esslöffel in die Suppe beim Kochen, zwei weitere zum Servieren. In der Mani ist ein Teller Fasolada ohne Olivenöl undenkbar – wie Brot ohne Kruste.Zutaten & Tipps
- Zutaten für 4 bis 6 Personen: 400 g getrocknete weisse Bohnen (über Nacht eingeweicht), 2 Karotten, 2 Selleriestangen mit Blättern, 1 grosse Zwiebel, 400 g Tomatenpüree, 6 EL Agureleo, Thymian, 2 Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer, frische Petersilie
- Einweichzeit: Mindestens 8 Stunden, besser 12 Stunden
- Vorbereitungszeit: 20 Minuten
- Kochzeit: 75 bis 90 Minuten
- Schwierigkeitsgrad: Einfach – Zeit ist der wichtigste Zutaten
- Haltbarkeit: 4 Tage im Kühlschrank, jeden Tag besser